Warum konzentrieren wir uns auf Pfeffer aus Vietnam?
Erstens dominieren die Pfefferimporte aus diesem Land den polnischen Markt. Zweitens macht die vietnamesische Pfefferindustrie als Gewürz 40 % der Produktion und 60 % des Weltmarktanteils aus. Nach Angaben der VPSA(The Vietnam Pepper and Spice Association) hat der globale Pfeffermarkt einen Wert von rund 5,4 Mrd. USD und wird im Zeitraum 2024-2032 voraussichtlich eine durchschnittliche Wachstumsrate von rund 20 % erreichen.
Aktuelles Pfefferpreiswachstum (Juni 2024)
Seit Ende April 2024 ist der Preis für Pfeffer in Vietnam stark gestiegen und erreichte Anfang Juni fast 150.000 VND (5,90 US$) pro Kilogramm. Der Preisanstieg für Pfeffer überraschte die Händler und übertraf die Preise für Kaffee und Kakao. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2024 hat sich Pfeffer um fast 40 % verteuert. Noch schockierender ist ein Vergleich der Pfefferpreise von Juni 2023 bis Juni 2024 - ein Anstieg von 112 %.
Gründe für den Anstieg
- Geringere Produktion und El Nino: Das El-Nino-Phänomen und die Verringerung der Pfefferanbauflächen zugunsten profitablerer Kulturen wie Durian und Kaffee haben die Pfefferproduktion verringert. Infolgedessen ist die Paprikaproduktion im Jahr 2024 auf etwa 160.000 Tonnen gesunken, verglichen mit einem Höchststand von 300.000 Tonnen im Jahr 2015. Die Vorsitzende des vietnamesischen Pfeffer- und Gewürzverbandes(VPSA) erklärte, dass der Preis für Pfeffer seit vielen Jahren stetig gesunken ist, was viele Pfefferanbauer dazu veranlasst hat, ihre Anbauflächen zu halbieren und stattdessen die profitableren Durianfrüchte und andere Kulturen mit höherem wirtschaftlichen Wert anzubauen, was zu einem Rückgang des Angebots führt.
- Steigende Nachfrage: Angesichts der steigenden Nachfrage auf dem europäischen, US-amerikanischen und chinesischen Markt hat das begrenzte Angebot zu einem Preisanstieg geführt. Auch in Ländern wie Pakistan und Korea wächst das Interesse an Pfeffer. Darüber hinaus wird der Anstieg durch den Wunsch der Unternehmen verstärkt, ihre Lagerbestände aufzustocken, die zuvor die Verkaufspreise für Pfeffer sowohl in Polen als auch weltweit gesenkt hatten.
- Spekulation: Spekulanten warten auf solche Situationen und können dann die Paprikapreise künstlich in die Höhe treiben, um eine falsche Knappheit auf dem Markt zu erzeugen. Solche Aktionen verstärken den Aufwärtsdruck auf die Preise, was sich wiederum auf die Schwierigkeiten der Unternehmen bei der Beschaffung des Rohstoffs auswirkt und eine realistische Vorhersage der Pfefferpreise für die kommenden Monate und Jahre erschwert.
Prognosen und Herausforderungen
- Langfristiger Preisanstieg: Einige Branchenexperten in Vietnam gehen davon aus, dass die Pfefferpreise in den kommenden Jahren neue Höchststände erreichen und auf 350.000 - 400.000 VND/kg (13,77-15,73 US$/kg) ansteigen könnten. Die hohen Preise könnten in den nächsten 10 Jahren anhalten, mit regelmäßigen Anpassungen. Meiner Meinung nach ist dies ein pessimistisches Szenario und vieles hängt von Faktoren ab, die wir heute nicht vorhersagen können.
- Risiko der Spekulation: Die Besorgnis über spekulative Aktivitäten könnte die Preise künstlich in die Höhe treiben und die Marktstabilität beeinträchtigen.
- Schätzungen der Vietnam Pepper and Spice Association (VPSA): Die VPSA schätzt, dass die Pfefferproduktion in Vietnam im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 10 % zurückgehen und damit den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre erreichen wird. Viele Landwirte fällten Pfefferbäume, als der Preis vor vier Jahren auf etwa 40.000 VND/kg (1,57 US$/kg) fiel, um rentablere Kulturen wie Durian und Kaffee anzubauen.
- Logistische Beschränkungen: Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Transport und der Verfügbarkeit von Containern könnten die Ausfuhren behindern, insbesondere vor dem Hintergrund der weltweiten Spannungen in der Schifffahrt, was Prognosen für den Paprikamarkt noch schwieriger macht.
Es wird erwartet, dass die weltweite Pfefferproduktion im Jahr 2024 rund 465.000 Tonnen erreichen wird, was einem Rückgang von 1,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig könnte die weltweite Verbrauchernachfrage nach Pfeffer 529 000 Tonnen erreichen und damit die Produktion um 64 000 Tonnen übersteigen. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlussfolgerungen.
- Steigende Pfefferpreise - Vorsicht vor Verfälschungen: Der rasant steigende Preis für Pfeffer wird zum Nährboden für unehrliche Unternehmen, die gemahlenen Pfeffer z. B. mit Maisstärke mischen. Das Verfahren der Verfälschung wird mit steigenden Preisen immer lukrativer. Man sollte die Produktspezifikationen genau lesen (Begriffe wie "mix" oder "blend" sollten wachsam sein), die Lieferanten sorgfältig auswählen und vor allem verdächtig niedrige Preise vermeiden. In Polen ist die Fälschung von Lebensmitteln eine Straftat.
Zusammenfassung
Die steigenden Pfefferpreise in Vietnam sind bereits in Europa zu spüren. In erster Linie treffen die Erhöhungen die Importeure, Hersteller und Händler von Gewürzen. Es wird einige Zeit dauern, bis die Verbraucher sie zu spüren bekommen. Dynamische Preisänderungen und Marktspekulationen erfordern jedoch Vorsicht und ein strategisches Vorgehen seitens der Käufer, Importeure und Exporteure, um eine stabile Entwicklung des Pfeffersektors zu gewährleisten. Sorgfältige Einkäufe und eine rationelle Verwaltung der Lagerbestände werden in den kommenden Monaten entscheidend sein.